Ausstellung über "Residenzpflicht"

Freitag, 18. Juni 2010
Ausstellung "Invisible Borders", Raumerweiterungshalle, Berlin, 2009

Die Wanderausstellung "Residenzpflicht - Invisible Borders" wird in Berlin erstmals wieder gezeigt, nachdem sie bei einem Brandanschlag auf das "Haus der Demokratie" in Zossen zerstört worden war.

Die Ausstellung, die vom 21. Juni bis zum 2. Juli im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte zu sehen sein wird, widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Die Auswirkungen der Residenzpflicht, um deren Abschaffung sich in Berlin und Brandenburg gegenwärtig bemüht wird, werden hier erfahrbar. In einer begehbaren Installation aus Infowänden, Architekturmodellen, Audio- und Videofeatures vermittelt die Ausstellung einen Eindruck vom beklemmenden Alltag von Flüchtlingen in Deutschland. Sie beschreibt die abstrakten Techniken zur Überwachung von Raum und Bewegung, wie etwa der Beschränkung des Aufenthalts für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Duldung auf den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland. Ausführlich kommen die Betroffenen selbst zu Wort. Entstanden ist die Ausstellung als Architektur-Diplomarbeit von Philipp Kuebart.

Im Januar dieses Jahres sollte "Invisible Borders" in Zossen gezeigt werden. Dazu kam es nicht, denn sie verbrannte im dortigen Haus der Demokratie, als dieses in der Nacht zum 23. Januar angezündet wurde; auch eine Ausstellung über jüdisches Leben in Zossen fiel den Flammen zum Opfer. Ein junger Rechtsextremist hat gestanden, den Brand gelegt zu haben.

Nach der Zerstörung fand sich eine Gruppe engagierter Menschen zusammen, die den Wiederaufbau der Ausstellung ermöglichten. Inhaltlich erweitert und unter Einbeziehung weiterer Arbeiten präsentiert sie sich auch dank der Zusammenarbeit mit der Projektwerkstatt Teltow-Fläming jetzt in neuer Form.

Zur Ausstellung begleitend finden im Berliner Haus der Demokratie bis zum 2. Juli fünf Veranstaltungen statt, in deren Rahmen Flüchtlingsorganisationen über die Auswirkungen der Residenzpflicht und ihren Widerstand dagegen berichten.