Brandenburg Nazifrei-Video

Donnerstag, 3. Juni 2010
Ballons mit Aufdruck "Kein Ort für Nazis"

Am 29. Mai 2010 verhinderten 500 Bürgerinnen und Bürger in Bernau bei Berlin durch eine Sitzblockade einen Nazi-Aufmarsch. Weitere Aktionen des Bündnisses Brandenburg Nazifrei sind an den folgenden Wochenenden geplant.

Transkription

Dagmar Enkelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag: Ich bin heute hier, weil es richtig ist Gesicht zu zeigen; weil es notwendig ist, gegen die braunen Kameradschaften, die heute durch Bernau marschieren wollen, deutlich zu machen, dass es gibt in dieser Stadt eine demokratische Allianz gibt. Wir stehen gegen diese braunen Leute und wir zeigen, dass wir bunt sind!

Reinhard Förster, Projektleiter Breitensport Bad Freienwalde: Warum bin ich heute hier? Weil ich dagegen bin, dass neonazistische Strukturen sich hier etablieren. Die KMOB, wie Insider richterweise betonen, ist eine Struktur, die sich im oberen Bereich des Landkreises Märkisch Oderland zu etablieren beginnt. Mir sind persönlich einige der Wortführer dieser Truppe bekannt. Umso trauriger ist es, dass man sich diesen Idioten hier mit solchem Aufwand entgegen stellen muss, aber das muss sein.

Florian Görner, Jugendbündnis "Für ein tolerantes Eberswalde" und Jusos Barnim: Die Kameradschaft Märkisch Oder Barnim, kurz: KMOB, hat vom 29. Mai bis zum 10. Juli an jedem Wochenende Aufmärsche angekündigt. Wir glauben, dass sie damit in der Brandenburger Kameradschaftsszene an Prestige gewinnen und sich politisch als eine feste Größe etablieren wollen. Sie wollen zeigen, dass sie was drauf haben, in dem sie an jedem Wochenende einen Aufmarsch durchführen. Das wollen wir hier verhindern.

Annalena Baerbock, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: Wir sagen nein, wir sagen Brandenburg ist bunt und nicht braun. Wir bleiben hier, bis die Faschisten diesen Ort verlassen haben. Wir werden das fortführen an jedem Samstag, an dem versucht wird, Rassismus in unsere Straßen zu tragen.
Das Ganze wird getragen von einem breiten zivilgesellschaftlichen Schulterschluss. Das Wichtige ist, dass die verschiedenen Vereine und Verbände, dass Kirchen und Kindergärten, dass Sparkassen - da hinten steht jemand von der Sparkasse -, dass die gemeinsam sagen: Die Gesellschaft bietet Rassismus keinen Platz. Wir gehen alle gemeinsam untergehakt auf die Straße, um ein Zeichen zu setzen. Das ist nicht nur die Antifa, die ein wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil dieses breiten gesellschaftlichen Bündnisses ist.

[Rufe: ¡No pasarán!, ¡No pasarán!]

Anna Spangenberg, Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Gerade wird hier eingepackt, und das sehr freudig, denn es war ein großer Erfolg. Die Nazis haben auch eingepackt, aber mit viel Frust. Wir waren einfach viel mehr auf der Straße. Die Leute standen und saßen, sie haben ausgeharrt. Das ist für die kommenden Wochen sehr positiv. Es war ein wunderbarer Auftakt. Also kommt in die anderen Städte, seid viele, dann werden wir es dort auch schaffen!