"Denkzettel" für Landrat Karl-Heinz Schröter

Mittwoch, 21. März 2012
Wertgutscheine

Den diesjährigen "Denkzettel für systemimmanenten und strukturellen Rassismus” des Flüchtlingsrats Brandenburg bekommt zum 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, der Landrat des Kreises Oberhavel.

Mit dem Negativpreis werden jedes Jahr Behörden und Verwaltungen ausgezeichnet, "die durch ihr Handeln Diskriminierung und Rassismus fördern", so der Flüchtlingsrat. Nachdem es auch in diesem Jahr wieder viele potenzielle Preisträgerinnen und Preisträger gab, entschied sich der Flüchtlingsrat für Karl-Heinz Schröter, den Landrat des Landkreises Oberhavel. Dieser verweigert, gegen den Willen des Kreistages und der Landesregierung, die Abschaffung der diskriminierenden Wertgutscheine für Flüchtlinge. Ungeachtet der Kreistagsbeschlüsse verhindert er eine Bargeldauszahlung an die Flüchtlinge im Landkreis und ist damit, so die Begründung des "Denkzettels", verantwortlich für eine fortgesetzte Diskriminierung.

Schon zum dritten Mal geht der "Denkzettel" an die Kreisverwaltung in Oberhavel. Landrat Schröter erhielt bereits 1997 den Negativpreis wegen landesweit bekannt gewordener rassistischer Äußerungen, wodurch seine Teilnahme am Oranienburger "Forum gegen rechte Gewalt" abgelehnt wurde. 2005 ging der Denkzettel an den damaligen stellvertretenden Landrat Michael Ney wegen seiner Verantwortung für besonders inhumane Abschiebungen.

Seit 1997 macht der Flüchtlingsrat durch den "Denkzettel" auf rassistische Handlungen und Haltungen aufmerksam, die oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen und gegen die sich AusländerInnen nur selten wehren können. Bisher wurde der Preis unter anderem vergeben für grobe Verletzung der Menschenrechte, flüchtlingsfeindliche Politik und vorurteilsgeprägte Äußerungen von Inhaberinnen und Inhabern öffentlicher Ämter.

Mehr Informationen: www.fluechtlingsrat-brandenburg.de