Bericht von einem erfolgreichen Tag: Mit zwei Reisebussen fuhren Mitglieder des Aktionsbündnisses am 13. Februar nach Dresden und beteiligten sich an den Protesten gegen den rechtsextremen Aufmarsch.
Potsdam, Königs Wusterhausen und Cottbus waren die Sammelpunkte für die insgesamt 115 Demonstrantinnen und Demonstranten. Bei einem kurzen Zwischenstopp wünschte der Landrat von Dahme-Speewald viel Erfolg und verteilte Tüten mit Proviant.
Kurz vor Dresden endete die Fahrt für viele jedoch schon. Freundlich, aber bestimmt stellten Polizeibeamte zur Auswahl, den Weg nach Dresden-Neustadt zu Fuß fortzusetzen oder umzukehren und mit den Bussen in die Altstadt zu fahren. Jene, die an der Menschenkette in der Altstadt teilnehmen wollten, kehrten mit den Bussen um, während etwa 80 Demonstrantinnen und Demonstranten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung des Sammelpunktes der Rechtsextremen in die Neustadt machten.
Friedensgebet und Menschenkette
In der Innenstadt beteiligten sich Brandenburgerinnen und Brandenburger zunächst an dem Friedensgebet, das vor allem von kirchlichen Gruppen organisiert wurde und an mehreren Stationen stattfand. Anschließend reihte sich die Gruppe in die Menschenkette ein, an der sich über 10.000 Menschen beteiligten. Es war danach nicht möglich, über die Elbe in die Neustadt zu gelangen. Die Polizei hatte die Brücken gesperrt, obwohl am Albertplatz eine inzwischen genehmigte Kundgebung stattfand.
Dort war die größere Gruppe Brandenburgerinnen und Brandenburger nach einem Marsch von der Stadtgrenze aus angekommen. Etwa fünfhundert Meter von den Rechtsextremen am Bahnhof Neustadt entfernt, blockierten hier einige Tausend Menschen eine der möglichen Marschrouten. Trotz der dicken Kleidung, heißem Tee und der Musik und aufmunternden Worte von einer Bühne wurden die Füße mit jeder Stunde kälter.
Jubel nach erfolgreichen Straßenblockaden
Mit den Polizeieinheiten, die rund um den Platz Aufstellung genommen hatten, kam es zu keinen Konfrontationen. Eine Sprecherin des Bündnisses "Dresden Nazifrei" bedankte sich bei der Polizei unter Beifall für diese Besonnenheit. Ebenso friedlich blieben die Blockierenden, unter denen sich Rentnerinnen und Rentner, ganze Dresdner Familien ebenso befanden wie Autonome. "Es ging bei den Blockaden freundlich, friedlich, ja fröhlich zu", resümierte das Bündnis gegen Rechts aus Königs Wusterhausen, das mit einer großen Gruppe vor Ort war.
Jubel brach am Nachmittag bei der Meldung aus, dass die etwa 5.000 Rechtsextremen von etwa 12.000 Demonstrantinnen und Demonstranten eingeschlossen seien. Die Polizei hatte den wartenden Neonazis mitgeteilt, dass ihr Marsch auf Grund der Blockaden nicht möglich sei.
Gegen 17:00 Uhr hatte die Polizei die Brücken zumindest in Richtung Altstadt freigegeben, so dass beide Brandenburger Gruppen sich vor der Semperoper treffen konnten. Bei der Rückreise wurden Spenden für das Bündnis "Dresden Nazifrei" gesammelt, mit denen Bühnentechnik, Essen und Tee sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte finanziert werden sollen, wie eine Sprecherin am Albertplatz erklärt hatte. 325 Euro kamen zusammen.
