Ist die AfD eine Gefahr für die Demokratie?

Freitag, 24. Oktober 2014
AfD-Plakat "Einwanderung ja. Aber nicht in unsere Sozialsysteme!"

Am 10. November diskutieren auf Einladung des Aktionsbündnisses in Potsdam: Dr. Gideon Botsch (Moses Mendelssohn-Zentrum), Anne Hähnig (Die ZEIT), Andreas Kemper (Soziologe) und Helmut Metzner (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland).

Die Alternative für Deutschland (AfD) ringt mit ihrer Abgrenzung nach rechtsaußen. Angesichts zahlreicher Verbindungen von Abgeordneten in das Milieu der extremen Rechten hat der Bundessprecher Bernd Lucke sich in einem Brandbrief an die Mitglieder gewandt. Die AfD dürfe "nicht den Schatten eines Zweifels daran lassen", dass sie Rechtsextremismus ablehne.

Was aber macht die neue Partei für das rechte Milieu so attraktiv? Wenn die Partei, wie Lucke beteuert, "nicht rechtsradikal" sei, welche Inhalte und Ziele vertritt sie dann? Und wie gefährlich ist die AfD für die Demokratie?

Am 10. November um 16 Uhr diskutieren im Lé Manege in Potsdam:

Dr. Gideon Botsch: Der Politikwissenschaftler, der am Potsdamer Moses Mendelssohn-Zentrum über die extreme Rechte forscht, beklagt: "In Brandenburg wird die AfD weithin nicht als das wahrgenommen, was sie ist: eine nationalpopulistische Rechtspartei."

Anne Hähnig: Die Journalistin suchte in der ZEIT nach Gründen für den Erfolg der AfD bei Jungwählerinnen und -wählern, von denen 15 Prozent in Brandenburg ihre Stimme der Partei gaben; darunter "vor allem junge Männer mit Abitur oder Mittlerer Reife, die sich nach einer eigenen Familie sehnen".

Andreas Kemper: Der Münsteraner Soziologe hat sich in einer Expertise für die Friedrich-Ebert-Stiftung mit familien- und geschlechterpolitischen Positionen der Partei befasst. Er prognostiziert: "Die radikale Kritik an jeder Form von Gleichstellungspolitik könnte zu einem Markenzeichen der AfD werden."

Helmut Metzner: Der Berliner Politikberater und FDP-Politiker setzt sich als Bundesvorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Führende Funktionärinnen und Funktionäre der AfD geißeln dies als eine "Sexualisierung der Gesellschaft" und gehen bei Schwulenhassern auf Stimmenfang.

Moderation: Anna Spangenberg, Geschäftsführerin des Aktionsbündnis Brandenburg

Der Eintritt ist frei.