Ein für den kommenden Samstag angekündigter rechtsextremer Aufmarsch in Manschnow im Oderbruch wurde abgesagt. Auf dem Bürgerfest, mit dem protestiert werden sollte, wird nun gefeiert. Das Motto: "Manschnow ohne Nazis"
Die von der rechtsextremen Kameradschaft Märkisch Oder Barnim (KMOB) proklamierten "Märkischen Aktionswochen" haben ein vorzeitiges Ende gefunden. In den vergangenen Wochen scheiterten nahezu sämtliche Demonstrationen der Rechtsextremen am Widerstand von Bürgerinnen und Bürgern. Eine vielfältige Koalition von Kommunalpolitikerinnen und -politikern, Verbänden und Vereinen sowie Antifagruppen protestierte unter dem Motto "Brandenburg Nazifrei" gegen jeden Auftritt der KMOB mit hunderten Demonstrantinnen und Demonstranten.
In einer am Samstag im Internet verbreiteten Mitteilung erklärte die Nazi-Truppe, die seit 2007 im Barnim und in Märkisch-Oderland aktiv war, ihre Auflösung. Die geplante Demonstration am 10. Juli in Manschnow werde abgemeldet, hieß es. Tags zuvor war durch eine Durchsuchungsaktion bekannt geworden, dass das Innenministerium ein Vereinsverbot prüft.
Für das Bündnis Brandenburg Nazifrei und für die im Bürgerbündnis Manschnow zusammengeschlossen Vereine und Netzwerke ist das ein Grund zum Feiern. Das Bürgerfest wird um 10 Uhr auf dem Sportplatz an der Kita in der Friedensstraße von dem Landrat Gernot Schmidt und den Amtsdirektor Lothar Ebert eröffnet. Danach gibt es ein buntes Programm mit Musikerinnen und Musikern, Informationsständen, Kickerturnier und Torwandschießen. Es werden auch Kreis-, Land- und Bundestagsabgeordnete erwartet, die in kurzen Beiträgen auf den Anlass des Festes - die Gefahr durch rechtsextremen Netzwerke in Märkisch-Oderland und im Oderbruch - eingehen werden.
