Innerhalb einer Woche sind über 160.000 Menschen der Gruppe "Kein Facebook für Nazis - NPD-Seite löschen" beigetreten. Die Nutzerinnen und Nutzer wollen durch massenhafte Löschanträge die Facebook-Betreiber dazu bringen, die NPD-Seite abzuschalten.
1.330 Freundinnen und Freunde und 166.637 Gegnerinnen und Gegner hat die NPD heute bei Facebook. "Die füllen eine Sporthalle, wir füllen zwei Fußballstadien", so der jüngste Eintrag auf der Pinnwand der erst am 8. Mai 2010 gegründeten Anti-NPD-Gruppe.
Die Idee ist denkbar einfach. Jede Nutzerin und jeder Nutzer kann über die Funktion "Seite melden" der US-amerikanischen Betreiberfirma mitteilen, dass eine Facebook-Seite rassistische, gewaltverherrlichende und möglicherweise strafwürdige Inhalte zeigt. Inzwischen dürften also über hunderttausend Löschanträge für die NPD-Seite vorliegen.
Anders als konkurrierende soziale Netzwerke lehnen die Betreiber von Facebook aber, mit Verweis auf die Meinungsfreiheit, rechtsextreme Seiten und Gruppen nicht grundsätzlich ab. Dadurch entstehen immer wieder Netzwerke von Hitlerverehrern, homophobe Plattformen und Neonazi-Seiten. Facebook verspricht, solche Seiten zu löschen, wenn sie gemeldet werden; sobald strafbare Inhalte gezeigt werden, ist die Firma dazu auch verpflichtet.
Um den Druck zu erhöhen, fand bereits ein "Online-Flashmob" statt. Die NPD musste unter dem Druck zehntausender demokratischer Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Meinung kundtaten, die Kommentarfunktion deaktivieren. Für das Wochenende sind weitere Aktionen angekündigt: "Wir gehen jetzt einen Schritt weiter und dehnen unsere Aktion auf ganz Facebook aus. Gemeinsam werden wir in der nächsten Woche ein glasklares Zeichen setzen: Wir wollen keine Nazis in unserem Netzwerk!"
