Der Verein Opferperspektive hat seit 2008 insgesamt 41 Anschläge auf 19 Büros der Linken in Brandenburg gezählt, davon allein elf in diesem Jahr. Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern rufen im Internet dazu auf, die Niederlassungen demokratischer Parteien anzugreifen.
Der letzte Anschlag ereignete sich der Opferperspektive zufolge am 4. Juni 2010 in Pritzwalk. Die Scheiben der Gebietsgeschäftsstelle der Partei wurden durch Steinwürfe zetrümmert. Am stärksten betroffen ist die Niederlassung der Linken in Königs Wusterhausen, die seit März 2009 sieben Angriffen ausgesetzt war. Die Kreisgeschäftsführerin der Partei Stefanie Schirner berichtete dem Tagesspiegel, dass auch das inzwischen eingebaute Sicherheitsglas nun gesplittert sei.
Die Gewalt richtet sich vor allem gegen die Linke, aber auch SPD- und CDU-Büros waren schon betroffen. So hatte nach Angaben der Opferperspektive ein junger Mann am 22. September 2009 in der SPD-Geschäftsstelle in Eberswalde randaliert und den Hitlergruß gezeigt. Auch das Wahlkreisbüro von Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) in Cottbus war bereits mehrfach Ziel von Angriffen.
Die Gewalt ist eskaliert, seitdem auf einer Neonazi-Webseite aus Mecklenburg-Vorpommern im April 2010 die Adressen von Geschäftsstellen aller demokratischen Parteien veröffentlicht wurden. Auf 17 der dort aufgeführten Büros wurden seither Anschläge verübt, so die Opferperspektive. Bundesweit sollen seit 2009 nach Informationen der ARD 95 Parteibüros von Rechtsextremen attackiert worden sein.
