Proteste vertrieben Junge Nationaldemokraten

Mittwoch, 7. Juli 2010
Bürgerprotest gegen NPD-Aufmarsch am Hennigsdorfer Postplatz

Eine weitere Schlappe für die rechtsextreme Szene: Angesichts von Gegendemonstrationen sagte die NPD-Jugendorganisation am Montag und Dienstag zwei Mahnwachen in Oranienburg und Hennigsdorf ab.

Erst am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass die Jungen Nationaldemokraten am Montag in Oranienburg eine Mahnwache unter dem Motto "Freiheit statt BRD" abhalten wollen. Die wenigen Neonazis, die sich dazu am 5. Juli um 17 Uhr einfanden, verzichteten aber angesichts von etwa 30 Gegendemonstrantinnen und -demonstranten auf eine Versammlung. Der Anmelder, der in Oranienburg wohnhafte stellvertretende Vorsitzende der NPD-Jugend, war erst gar nicht erschienen.

Am Dienstag nachmittag kamen etwa hundert Bürgerinnen und Bürger auf Einladung der Antifa, des Hennigsdorfer Ratschlages, der Jusos und der Linksjugend zum Protest gegen eine zweite Mahnwache auf dem Hennigsdorfer Postplatz zusammen. Es sollte in jedem Fall verhindert werden, dass die Nazis direkt am Denkmal für die Opfer des Faschismus aufmarschieren. Als bekannt wurde, dass die Rechtsextremen ihre Anmeldung kurzfristig zurückgezogen hatten, brandete Beifall auf. Auch Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) war zufrieden: "Wir sagen heute dem braunen Unrat halt, der uns an dieser Stelle drohte."

Da keine NPD-Anhängerinnen und -Anhänger erschienen, zogen die Demonstrantinnen und Demonstranten auf Initiative von Schülerinnen und Schülern des Puschkin-Gymnasiums zum Neonazi-Laden "On the Streets", um dort für eine Schließung des Lokals einzutreten.

Foto: © Oys, Hennigsdorfer Generalanzeiger