Schattenbericht über Rassismus in Berlin

Dienstag, 31. August 2010
Deckblatt "Berliner Zustände 2009"

Das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin haben ihren jährlichen Bericht “Berliner Zustände” veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf einer Analyse des antimuslimischen Rassismus.

In dem Bericht wird die Krise der Berliner NPD und die wachsende Bedeutung der verbotenen Kameradschaft Frontbann 24 und des auch von Brandenburger Kameradschaften regelmäßig besuchten Szenetreffpunktes Zum Henker analysiert. Ein weiterer Text widmet sich dem lebensgefährlichen Angriff auf einen jungen Mann im Juli 2009; der Haupttäter war ein Neonazi aus Königs Wusterhausen.

Der Hauptteil widmet sich dem Phänomen des antimuslimischen Rassismus. Die Herausgeberinnen wollen angesichts der grundsätzlichen Bedeutung des Themas für das Zusammenleben in Berlin zu einer differenzierten Auseinandersetzung beitragen. Die Texte bemühen sich um Antworten auf die Frage, wo die Grenze zwischen "berechtigter Kritik" und Rassismus verläuft.

Die Ankündigung rechtsextremer und rechtspopulistischer Gruppierungen, mit islamfeindlichen Parolen in den Wahlkampf um das Abgeordnetenhaus zu ziehen, und die Diskussion um die rassistischen Thesen Thilo Sarrazins verleihen dieser Fragestellung zusätzliche Brisanz.

Das Heft kann auf der Webseite Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin heruntergeladen werden: Berliner Zustände 2009