Weiterhin hohe Anzahl rechter Angriffe

Mittwoch, 14. März 2012

Der Verein Opferperspektive hat für das Jahr 2011 insgesamt 84 rechtsmotivierte Angriffe im Land Brandenburg gezählt, die sich gegen insgesamt 186 Personen richteten.

Es handelte sich um Körperverletzungen, Bedrohungen, Brandstiftungen und Sachbeschädigungen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt ein Rückgang der Angriffszahlen – 2010 waren 108 Angriffe gezählt worden.

Wie schon in den letzten Jahren, sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) weniger rechtsmotivierte Angriffe erfasst. "Unsere Staatsschutzkommissariate mussten zu 36 neuen rechten Gewaltstraftaten ermitteln. Das waren immer noch viel zu viel, aber immerhin 30 weniger als im Jahr zuvor", betonte Innenminister Dietmar Woidke bei seiner Bilanzpressekonferenz am 29. Februar. Die Opferperspektive sieht für die Diskrepanz verschiedene Gründe. So dokumentiert der Verein auch Taten, die aufgrund mangelnden Vertrauens in die ermittelnden Behören und aus Angst vor möglicher Rache der Täter nicht bei der Polizei angezeigt wurden. Zudem werden auch versuchte Körperverletzungen, Bedrohungen und größere Sachbeschädigungen festgehalten.

Bei der Statistik der Opferberatungsstellen in den übrigen ostdeutschen Bundesländern ist vor allem in Berlin ein massiver Anstieg rechter Gewalt auffällig. Die Zahl der Angriffe in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind ähnlich hoch wie in den Vorjahren, während in Sachsen 2011, wie in Brandenburg, weniger Angriffe dokumentiert wurden. In Thüringen ist aufgrund eines Trägerwechsels der dortigen Beratungsstelle ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen nicht möglich. Insgesamt wurden die meisten Angriffe in Sachsen (186) gezählt, gefolgt von Berlin (158), Sachsen-Anhalt (132), Mecklenburg-Vorpommern (97), Brandenburg (84) und Thüringen (49). Von den 706 Angriffen waren mindestens 1.593 Menschen direkt betroffen.

Weitere Informationen auf der Webseite der Opferperspektive