"Wir sehen nicht tatenlos zu!"

Dienstag, 16. Februar 2010
Luftballon mit Aufschrift "Dresden-Nazifrei!"

Knut Steinkopf und Susanne Lang (Demokratisches JugendFORUM Brandenburg) berichten von der Teilnahme an den Protesten gegen Rechtsextreme in Dresden am 13. Februar 2010.

"Wir sehen nicht tatenlos zu!" - Das ist unser Motto, wenn wir Neofaschismus, Rassismus oder Antisemitismus, egal in welcher Gestalt, begegnen. Mit diesem Motto im Gepäck machten wir uns mit gut 100 Aktiven des Aktionsbündnis Brandenburg am 13.2.2010 auf den Weg in die Stadt Dresden.

Vielen von uns war es wichtig, nicht rein symbolisch zu handeln und sich an den Blockaden des Bündnisses "Dresden-Nazifrei!" zu beteiligen. Wir haben oft genug die Erfahrung machen müssen, von der Polizei abgedrängt unseren Protest wirkungslos verhallen zu sehen; zuschauen zu müssen, wie Neonazis und Rassisten das Klima in unseren Städten durch ihre Aufmärsche vergiften.

Nein, diesmal waren wir entschlossen, alle Formen des Widerstandes bis hin zum Zivilen Ungehorsam auszuschöpfen, um den Neonazis die Straße streitig zu machen.

Und es ist uns gelungen: Wir haben mit tausenden Bürgerinnen und Bürgern aus der gesamten Bundesrepublik mehrere Blockaden über Stunden aufrecht erhalten und den Konsens, dass von uns keine Eskalation ausgeht, gemeinsam durchgehalten.

Mit uns haben sich 12.000 weitere Menschen einen Weg in die Neustadt erstritten und an den entschlossenen, bunten, friedlichen Blockaden teilgenommen. Unsere Proteste waren ein deutliches Signal einer demokratischen und antifaschistischen Mehrheit: Wir dulden keine Neonazis auf unseren Straßen!

Die Polizei machte uns zwar einige Schwierigkeiten, aber dadurch ließen wir uns nicht entmutigen. So wurden wir gleich hinter der Autobahnabfahrt gezwungen, unseren Weg zum Bahnhof Dresden-Neustadt zu Fuß fortzusetzen. Das ging nicht nur uns so. Sämtliche ankommende Busse wurden in die Altstadt umgeleitet, so dass die Polizei dazu beitrug, dass die Dresdner Oberbürgermeisterin so unerwartet viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Menschenkette begrüßen konnte. Nicht wenige dieser Menschen wollten sich an den Blockaden beteiligen und versuchten daher in die Neustadt zu gelangen. Die Polizei verwehrte ihnen an den Elbbrücken aber den Durchgang.

Wir ließen uns erst gar nicht umleiten: Sobald der Bus gestoppt wurde, stiegen wir aus. Voller Elan nahm unsere bunte Gruppe die fünf Kilometer Wegstrecke bis zur Blockade auf dem Albertplatz in Angriff.

Unser trotzig-entschlossenes Durchhalten sollte auch der Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) für 2011 Mut machen: Kommen Sie mit uns, überlassen sie denjenigen, die die Dresdener Bombenopfer für ihren Geschichtsrevisionismus missbrauchen wollen, weder Ihre Stadt, noch einen Stadtteil und auch keinen Bahnhofsvorplatz!

Für das Demokratische JugendFORUM Brandenburg,
Knut Steinkopf und Susanne Lang