"In Zepernick sind Flüchtlinge willkommen"

Donnerstag, 14. November 2013
Demonstration für Willkommenskultur in Zepernick

Unter diesem Motto demonstrierten etwa 150 Bürgerinnen und Bürger gestern Abend vor einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in dem Panketaler Ortsteil. Neonazis hatten das Nachsehen.

Knapp 30 Neonazis folgten einem kurzfristigen Aufruf des NPD-Verbandes Barnim Uckermark, viele von ihnen aus Berlin. Als sich die Gruppe gegen 18.30 Uhr in Zepernick zu der Demo "Nein zum Heim - Barnim wehrt sich" sammelte, standen vor der geplanten Asylbewerberunterkunft jedoch bereits über 100 Bürgerinnen und Bürger. Manche trugen Kerzen, andere hielten Schilder und Spruchbänder in die Höhe: "Mit der Welt verbunden, Freunschaft braucht keine Herkunft" und "Kein Ort für Nazis".

Mitglieder aller Fraktionen der Panketaler Stadtverordnetenversammlung und Kreistagsabgeordnete, auch Mitglieder von Aktionsbündnissen, unter anderem aus dem benachbarten Bernau, nahmen an der Demo teil, die nur einen Tag zuvor organisiert worden war. Nach und nach wuchs die Menge auf etwa 150 Personen an.

Die Rede der Bernauer NPD-Funktionärin Aileen Rokohl ging in einem gellenden Pfeifkonzert unter. Nur kurz versuchten die Neonazis dann, sich auf der Straße zu formieren. Sie wurden von einer Überzahl an Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten umringt. Schließlich brachte die Polizei die Rechtsextremen zum Bahnhof. Nach knapp zwei Stunden war der braune Spuk vorbei.

Der Landkreis Barnim will 20 Flüchtlinge in Panketal unterbringen, wenn der Gemeinderat dem Vorhaben zustimmt. Das zentrale Heim in Althüttendorf soll nach dem Willen des Kreises durch kleinere Einrichtungen ersetzt werden. Panketals Bürgermeister Rainer Fornell hat seine Zustimmung schon signalisiert. Er freue sich, zur dezentralen Unterbringung beizutragen, und das leerstehende Haus erfahre so eine sinnvolle Nutzung. Die Barnimer Sozialdezernentin Silvia Ulonska hofft, dass es in Panketal gelingen kann, die Flüchtlinge "in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen".

Informationen zu der geplanten Unterkunft gibt es auf der Webseite der Gemeinde: www.panketal.de