Seminar: Ausstellungsnarrative und Bildungsarbeit zu NS-Täterschaft

22. Juni 2017 - 24. Juni 2017
13:00 Uhr
Oranienburg, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg
Juni

In dem Seminar soll ein Überblick über die aktuelle Täterforschung gegeben werden. Es geht um Strukturen der Gewalt – Das KZ-System im Kontext der NS-Vernichtungspolitik, Täter und "Tätergesellschaft" – Die "Volksgemeinschaft" als Konzept zur Erklärung der Gewaltexzesse im Nationalsozialismus sowie um Ausstellungsnarrative und Bildungsarbeit in NS-Gedenk- und Dokumentationsstätten zu Täterschaft im Nationalsozialismus. Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Frage, wie sie die Forschungsergebnisse in die historische politische Bildungsarbeit und in Ausstellungen integrieren lassen, ohne Täter "verstehen zu wollen" oder gar Verständnis zu wecken.

Donnerstag, den 22. Juni

Ab 13.00 Uhr Seminaranmeldung und Imbiss

14:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen Dr. Thomas Lutz, Leiter des Gedenkstättenreferats der Topographie des Terrors

14:30 Uhr Bilanz der Täterforschung zu Konzentrationslagern - SS und Polizei
Prof. Dr. Nikolaus Wachsmann, Birkbeck College der University of London
Prof. Dr. Frank Bajohr, Zentrum für Holocaust-Studien des Instituts für Zeitgeschichte München
Leitung: Prof. Dr. Günter Morsch, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

16:30 Uhr Täter im Nationalsozialismus – Historisches Lernen und Lerntransfer
Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Historisches Seminar der Universität Leipzig
Leitung: Hanna Liever, Bundeszentrale für Politische Bildung

Freitag, den 23. Juni

9:00 Uhr Geschichte und Ausstellung: Täter in Konzentrationslagern
Prof. Dr. Günter Morsch, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Leitung: Dr. Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat der Topographie des Terrors

10:00 Uhr Rundgänge in Gruppen: Ausstellungen zu Tätern im KZ Sachsenhausen
- Turm A: Die Konzentrationslager SS 1936 – 1945 – Exzess- und Direkttäter
- Kommandantenhaus: Arbeitsteilige Täterschaft. Die Lager-SS 1936-1945
- T-Gebäude: Die zentrale des KZ-Terrors: Die Inspektion der Konzentrationslager 1934 – 1945

13:00 Uhr Mittagessen

14:00 Uhr Ausstellungsnarrative und Bildungsarbeit in NS-Gedenk- und Dokumentationsstätten zu Täterschaft im Nationalsozialismus
Panel 1:
Kirsten John-Stucke
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 im Kreismuseum Wewelsburg – Ideologie und Terror der SS
Stefan Wunsch
Akademie Vogelsang IP | NS-Dokumentation Vogelsang
Leitung: Dr. Detlef Garbe, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

15:00 Uhr
Panel 2:
Andreas Sander
Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Dr. Axel Drecoll
Dokumentation Obersalzberg
Leitung: Dr. Andrea Riedle, KZ-Gedenkstätte Dachau

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr
Panel 3:
Stephanie Bohra/Katja Anders
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Ines Brachmann
KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Leitung: Dr. Hans-Christian Jasch, Haus der Wannsee-Konferenz

17:30 Uhr Abschlussdiskussion
Zusammenfassung und Moderation: Dr. Astrid Ley, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Samstag, den 24. Juni

 9:00 Uhr Stephanie Bohra, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Die juristische Bewältigung von Verbrechen in Konzentrationslagern durch die bundesdeutsche Justiz
Prof. Dr. Patrick Wagner, Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Die Nachkriegskarrieren von Polizei und NS-Tätern
Leitung: Dr. Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat der Topographie des Terrors

10:45 Uhr Kaffeepause

11:15 Uhr Umgang mit Tätern staatlicher Gewalt nach dem Ende von Diktaturen – ein Gespräch
Prof. Dr. Micha Brumlik – Erziehungswissenschaftler und Publizist
Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg – Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg
PD Dr. Annette Weinke – Friedrich-Schiller-Universität Jena
Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Historiker, Professor und ehem. Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU

13:00 Uhr Seminarauswertung

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter_innen von Gedenkstätten und Dokumentations- und Informationseinrichtungen, Gedenkstätteninitiativen, Lehrer_innen, Historiker_innen, Multiplikatoren_innen aus schulischer und außerschulischer politischer Bildung, Hochschulen, Kultur und Medien, Wissenschaftler_innen, Publizisten_innen, Studierende.

Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Anmeldung:
Teilnahmegebühr: 60,- (mit Übernachtung im DZ)
Unterbringung im EZ zuzüglich 30,-Euro, ermäßigt 30,- (Studierende und Teilnehmende ohne Übernachtung)

Anmeldung bis 8. Mai 2017 unter seminar@gedenkstaette-sachsenhausen.de